home / presse / Heilbronner Stimme 11.6.2002
 

Karl Schloz - Pressestimmen

 
 

Heilbronner Stimme 11.Juni 2002

Das Karl Schloz Trio begeistert im Heilbronner Jazzclub
Cave 61 im K3 mit Contemporary Swinging Music

Drei Raubkatzen auf dem großen Sprung

Von Michaela Adick

"Ich kann unmöglich so spielen, wie die Musiker in den 30er Jahren." Halb entrüstet, halb amüsiert denkt der 1971 in St. Louis, Missouri geborene amerikanische Gitarrist Karl Schloz über die Qualitäten seiner Musik, der contemporary swinging music nach.

Count Basie & Co: alles schön und gut. Karl Schloz gönnt sich ein paar Minuten Bedenkzeit. "You know, I take these qualities on a basic level", wenigstens dazu will sich der markante Rotschopf doch noch durchringen. Doch grau ist alle Theorie. Wie und vor allem wie überzeugend der Bucky-Pizzarelli-Schüler die Grundsätze des Swing in das neue Jahrhundert gerettet hat, das muß man einfach hören: Etwa in seinem restlos begeisternden Konzert im Jazzclub Cave 61 im K3 Heilbronn.

Karl Schloz hat das, was man unter einer "real original voice", einer eigenständigen musikalischen Sprache versteht, längst gefunden. Schloz experimentiert. Etwa mit einer siebensaitigen akustischen Gitarre, deren siebte Saite eine Oktave unter der fünften Saite gestimmt ist. Im Clubkonzert überzeugt der Wahlberliner, dessen Urgroßvater einst aus Lothringen in die USA ausgewandert ist, jedoch durch sein elegantes, fein abgestimmtes Spiel mit dem Schlagzeuger Ernst Bier und dem Kontrabassisten Martin Lillich. Feinfühlig wie eine Raubkatze auf Beutezug schleichen sich Bier, Lillich und Schloz an die Kompositionen von Charlie Christian, Oscar Pettiford oder Buddy Powell heran, springen die Musikthemen an, skelettieren sie, reduzieren sie auf ihre berühmten Basics: Nur um sie wieder mit zeitgenössischem - aber nie zeitgeistigem - contemporary Swing anzufüttern.

So verbinden sie nicht nur das Beste aus zwei Epochen, sondern beweisen eben auch wie zufällig, wie smooth, schmeichelhaft wie einschmeichelnd, das Know-how aus 70 Jahren Jazzgeschichte in diese Stücke integriert werden kann.

Zwischen Old-style Rock´n´Roll, gewöhnlichen Repertoire Bands und den über allem schwebenden Avantgardisten hat Karl Schloz seinen Weg gefunden. Nur eins wünscht er sich noch ganz unbescheiden: "I want to be more casual about my music", flüstert er. Noch lässiger? Noch mehr Gelassenheit? Kaum zu glauben.

Michaela Adick

 

    top
Home
Biographie
Diskographie
Projekte
Konzerte
Presse
Fotos
Links
mail  

 


 
mail: karl@karlschloz.com
 

created by jazzdimensions